Sie sind hier: --> Schule


Die Grundschule zu Eichigt - Eine Schule in Fahrt



Schule
Schulanschrift:
Grundschule Eichigt,
Dorfstr. 60, 08626 Eichigt
Fon & Fax: (037430) 5292
eMail: Grundschule-Eichigt@t-online.de

Schulaufsicht:
Sächsische Bildungsagentur,
Regionalstelle Zwickau

Makarenkostraße 2, 08066 Zwickau
Fon: (0375) 4444-0 - Fax: (0375) 4444-5555
Internet: http://www.RSA-Zwickau.de/
eMail: poststelle@sbaz.smk.sachsen.de

Tourenplan der Fahrbibliothek

 

Eichigt hat eine Grundschule/Allgemeinbildende Schule in kommunaler Trägerschaft (Gemeindeverwaltung Eichigt). Schulleiterin ist Kathrin Meinel. Sie unterrichtet auch in den Fächern Mathematik und Kunsterziehung. Weitere Lehrer sind Sabine Bittler (KL 3a, Musik),  Silvia Frankenberger (KL 4, Kunst, Sport), Marion Plietz (KL 1, Englisch, Deutsch, Musik), Karin Renger (KL 2, Sport, Werken),  Werner Röckl (Kl. 3b, Sport, Werken, Mathe) sowie Margit Stöhr (Beratungslehrerin, Deutsch, Schulgarten). Sekretärin ist Sabine Tröger.

Die Schule hat im Schuljahr 2010/11 (Datenstand: 5.1.2011) 83 Schüler. 7 Lehrer incl. Schulleiterin (6 weiblich, 1 männlich, Stand 5.1.2011) unterrichten 5 Klassen in den Fächern Deutsch (mit Sachunterricht), Mathematik, Musik, Werken, Sport sowie Religion oder Ethik. Von den 5 Klassen der Schule gibt es in den Klassenstufen Drei parallele Klassen.

In Klasse Drei beginnt der Unterricht in der Begegnungssprache Englisch. Zur Zeit werden in den 3. Klassen 27 und in der 4. Klasse 17 Schüler in Englisch unterrichtet.

Die Schule verfügt über Fachunterrichtsräume für Musik, Werken und Ganztagsangebote, 6 Klassenzimmer, die nicht als Fachunterrichtsräume genutzt werden, einen Unterrichtsraum für ausschließlich außerschulische Nutzung (Stand: 13.10.2005) sowie einen Hort in den Räumen und auch außerhalb der Schule. Sie verfügt auch über sowie einen Schulgarten, eine Sporthalle und Sportfreiflächen (Sportplatz des SV Eintracht Eichigt (www.eintracht.eichigt.de, Träger ist die Gemeindeverwaltung Eichigt).Die Schüler unserer Grundschule werden täglich mit an Ort und Stelle frisch zubereitete Speisen versorgt.

Um die Kinder mit dem ländlichen Leben vertraut zu machen gab es unlängst mit Unterstützung der Brüder Normen (Gemeindeverwaltung und Hausmeister der Schule) sowie Karsten Lenk (Garten- und Landschaftsbau Lenk) eine Aktion zum Anbau von Kartoffeln durch die Schüler der Grundschule Eichigt. Die geernteten Kartoffeln sollen mit für die Schulspeisung verwendet werden.

Den Boden für das Kartoffelfeld stellten Lenks unentgeltlich zur Verfügung. Gemeinsam führten sie die Schüler in die Arbeiten zum Anbau der Erdäpfel mittels früher eingesetzter und herkömmlicher Legemethoden und Landtechnik ein. Die Kinder werden so mit die Arbeiten zum Kartoffelanbau vom Legen der Saatkartoffeln über die Pflegearbeiten der Beete während des Wachstums der Knollen - Freihalten von Unkraut - bis hin zur Ernte mit herkömmlichen Schleudern, dem Ablesen der Kartoffeln bis hin zur moderneren Kartoffel-Erntetechnik direkt vertraut gemacht. 

Unsere Schule ist eine "Schule in Fahrt", d.h. die meisten Schüler "er"fahren ihre Schule in zweideutiger Weise: Sie fahren zur Schule und erfahren in ihr viel Wissenswertes und Interessantes. Wir sind für kindgemäßen, leistungsorientierten Unterricht  und bemühen uns um Aufgeschlossenheit, Methodenkompetenz und Engagement.  Durch vielseitige Kooperation und verschiedene Begegnungsmöglichkeiten werden Brücken im Alltag und in der Schule gebaut. Unser Ziel ist die Förderung von Kreativität und Fantasie. Arbeitsschwerpunkte sind: Bewegte Schule - nicht nur in den Unterrichtsinhalten sondern auch in den Pausen und außerunterrichtlichen Veranstaltungen sowie die Optimierung der Schuleingangsphase.

An Maßnahmen der Gesundheitsförderung / Suchtprävention für Schüler und Lehrer gibt es die bewegte Pausengestaltung, das fächerverbindende Projekt "gesund lernen", gesundes Pausenfrühstück und die Plakatgestaltung zum Thema Sucht.

In dem an der Schule existierenden Konzept zur Gesundheitsförderung / Suchtprävention werden die Themen

  • Familien- und Sexualerziehung (z.B. Aids, Gender Mainstreaming, Gewalt in der Familie)
  • Ernährungsbildung / Ernährungserziehung (z.B. Esskultur, Essstörungen)
  • Sport- und Bewegungsförderung
  • Suchtprävention (z.B. Verhaltenssüchte, legale und illegale Drogen)

berücksichtigt. Einbezogen werden die Projekte:

  • Entwicklung eines altersadaptierten Ernährungskonzepts
  • Fachfragen für Kinderernährung
  • Auf dem Weg zur rauchfreien Schule
  • Erwachsen werden
  • Bewegte Schule

Bei einzelnen Unterrichtsformen und fächerverbindenen Schul- bzw. Klassenprojekten (Erntefest, Schulsporttag sowie auch im Anfangsunterricht) wird der 45-Minuten- bzw. Stundentakt aufgehoben.

Ein Beispiel für die Gestaltung des fächerverbindenden Unterrichts an der Schule in den Fächern Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Kunst, Musik der beteiligten Klassenstufen Eins, Zwei, Drei und Vier ist "Schule vor 100 Jahren". Zielstellung ist das Fördern von Neugier und Forscherdrang, Wertevermittlung durch aufzeigen der Entwicklung der Rechte von Kindern, erschließen von Veränderungen in den Lebensformen, Rollenverständnis der Geschlechter, Berufsbilder und der Freizeitgestaltung, sich positionieren zu schulischen Bedingungen in früherer Zeit, erleben eines historischen Schulalltags, Einblicke in die geschichtliche Entwicklung des Schulwesens geben.

Unter Einbeziehung von Eltern, Großeltern, ehemaligen Kollegen, der Gemeindeverwaltung und von Heimatstuben zur Materialsammlung für die Ausstellung „Schulmuseen“ in Neumark und Hof für je eine Schaustunde wurde den Schülern im Vorfeld das Thema genannt, damit sie auf Materialsuche für unsere Ausstellung gehen konnten. Eine realistische Gestaltung des Schulalltags wie vor 100 Jahren ist durch die Kleiderordnung, Geschlechtertrennung und Schiefertafeln für alle ein Erlebnis.

Ein weiteres Thema ist "Vogtländische Sagen und regionales Brauchtum". Hier sollen die Schüler unter Einbeziehung von Heimatkundlern, Moosmoa und Trachtenverein Einblicke gewinnen in die Geschichte des Vogtlandes und in die Vielfalt der regionalen Mundarten, sich auseinandersetzen mit den Sagenfiguren, über Wahrheit und Dichtung reflektieren sowie regionales Brauchtum, dessen Ursprung und Bedeutung erkunden. Ziel ist das Nutzen verschiedener Medien gestalterische, mediale, darstellerische und handwerkliche Auseinandersetzung mit dem Brauchtum, die Bewahrung von Tradition als Werteorientierung.

In der Schuleingangsphase werden in unserer Schule folgende Schwerpunkte gesetzt: Kooperation mit den Kindertageseinrichtungen, regelmäßige Beobachtung der Kinder in Spiel- und Lernsituationen, individuelle Ermittlung der Lernausgangslage, Vorschulisches Angebot durch einen Lehrer, Kennenlernwerksatt mit allen Lehrern, Erziehern und Schulanfängern, Erfahrungsaustausch mit den Erziehern sowie Elterngespräche zur Schuluntersuchung.

Die Nutzung der Computer erfolgt in der Schule für Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Fremdsprachen, Kunst und Musik (nur Internet) und in Arbeitsgemeinschaften.

Für die individuelle Förderung gibt es nachstehende Angebote:

leistungsstarke Schüler
  • Lesezirkel
  • kleine Rechen-und Knobelmeister
  • Differenzierung
leistungsschwache Schüler
  • Einzelförderung
  • Unterstützung durch externe Lehrkräfte
Schüler mit besonderen Begabungen
  • Musik und Tanz
  • Garten und Handwerk
Schüler mit Teilleistungsschwächen
  • Einzelförderung
  • Gruppenförderung

Die Förderunterrichtsstunden werden zur Entwicklung allgemeiner und spezieller Lernkompetenz genutzt. An außerschulischen Aktivitäten stehen zur Verfügung: Schülerbibliothek, Leichtathletik, Chor, Tanz, Handwerkstechniken, Fußball, Keyboard, Melodika, Akkordeon und Klavier, die drei letzteren durch außerschulische Partner (Musikschule Frölich, Oelsnitz - Frau Baumgärtner und Yamaha-Musikschule Plauen - Herr Zobirei.)

Die Schule beteiligte sich in den letzten fünf Schuljahren mit insgesamt 83 Teilnehmern an den vom Freistaat Sachsen geförderten Landeswettbewerben „Jugend trainiert für Olympia". Darüber hinaus nimmt sie regelmäßig am Känguru-Wettbewerb (einem europaweiten Mathematikwettbewerb) teil.

Der Elternrat beschäftigte sich im letzten Schuljahr mit den Themen Schülerbeförderung, bewegte Pausengestaltung, Unterstützung bei den Schulprojekten, Erhaltung der Schulküche, Bestätigung des Beratungslehrers und Pausenhofgestaltung.

Er nimmt in gewissem Umfang unterrichtsunterstützende Aufgaben war, organisiert Ausflüge, Klassen- und Schulveranstaltungen, beteiligt sich an der Ausgestaltung der Schule, der Klassenräume und des Schulgeländes (schwach), an Erstellung, Änderung und Durchsetzung der Hausordnung, an der Erarbeitung des Schulprogramms und der Umsetzung inhaltlicher Schwerpunkte, der Auswahl und Gestaltung der Freizeitangebote an der Schule, an Projekten, Modellversuchen, Förderprogrammen u.ä., an der Ausgestaltung positiver Sozialbeziehungen und Konfliktbewältigung. (Nähere Informationen dazu finden Sie unter http://www-db.sn.schule.de.)

Statistik 2007

Klaasen-
stufe
Klassen-
anzahl
Schüler
weiblich
Schüler
männlich
Schüler
Gesamt
1
1
9
17
26
2
2
18
17
35
3
2
19
15
34
4
1
9
11
20
Summe
6
55
60
115





Schüleranteil

47,8 %
52,2 %



Geschichtliches

Bei der Visitation der Kirchen und Schulen, die 1598/99 u.a. im Vogtland in Nachfolge der Kursächsischen Kirchen- und Schulordnung von 1580 durchgeführt wurde, war neben den vogtländischen Städten Eichigt das einzige Dorf, das über eine Schule verfügte. Verschiedene andere Dörfer besaßen lediglich Kustodien, in denen die Kinder von einem Kustos (= Kirchendiener) unterrichtet wurden. In den meisten anderen Dörfern gab es dagegen überhaupt keine Bildungsstätten für die Kinder. Bis zum Jahre 1647 hatte der Pfarrer zu Eichigt den Schulunterricht für die Kinder der Kirchfahrt Eichigt mit zu besorgen.

Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde in Eichigt erneut eine Schule gegründet (1647), in der Hans Adam Zöphel (geb. am 30. Mai 1629 in Wohlbach im Vogtland) als erster uns namentlich bekannter Lehrer angestellt war, der "gleichfalls die Kinder aller Parochianen zu unterrichten hatte". Obwohl ein Schulhaus vorhanden war, unterrichtete er entweder in seinem eigenen Haus oder in verschiedenen Häusern des Dorfes (in einer sogenannten Wandelschule).

Adam Zöphel war der Sohn eines böhmischen Exulanten aus Falkenau in Böhmen. (Wikipedia.de: Als Exulanten bezeichnet man die meist protestantischen Flüchtlinge vom 16. bis 18. Jahrhundert, die wegen ihres religiösen Bekenntnisses ihre Heimat verlassen mussten.) Da das Schulgeld nicht zum Unterhalt hinreichte, erhielt er zusätzlich einen Schulzehnten an Brot, Körnern und Garben "nach Höfen gerechnet". Auf Grund ziemlich hoher Ausgaben, die in alten Rechnungen gefunden wurden, wird angenommen, daß das damalige Eichigter Schulhaus 1693 für den Lehrer wohnlich eingerichtet wurde.

Zöphel verwaltete die Schulstelle 54 Jahre lang bis zu seinem Tod im Jahr 1701. Ihm folgte Johann David Goram aus Bergen bei Falkenstein. 1705 übernahm die Stelle ein Hans Bauer, von dem nichts weiter bekannt ist. Er unterrichtete bis 1710, dann wurde Johann Christian Haller der nächste Lehrer. Er verstarb am 3. Mai 1746. An seine Stelle trat Johann Gottlieb Oßwald aus Kloschwitz, ein »Kunst erfahrener, treufleißiger Schulmeister und Organist. Er stand in der Rebellion gegen Pfarrer Hager demselben treulich zur Seite und war bei der Ordnung der Kirchrechnungen eifrig mit tätig«. Als er 1774 nach Taltitz oder Leubnitz wegging, wurde auf Veranlassung von Pfarrer Hager Karl Friedrich Schmidt, geboren in Plauen, eingesetzt. Er machte sich besonders verdient um die Eintragung der sogenannten "Actus ministerialis", die bis dato während des "Pfarr-Vikariats" unterblieben war.

Schmidt starb 1792 im Alter von 39 Jahren. Sein Nachfolger war Johann Ferdinand Traugott Seyfert aus Unterneundorf. Von ihm wird berichtet, daß er dem Pfarrer Wirth mit "anderen Konsorten"  ein geschlachtetes Schwein gestohlen und auf dem Kirchboden versteckt habe. Er habe sich auch der Falschmünzerei schuldig gemacht und wurde deshalb mit Zuchthaus bestraft. Die dazu verwendete Druckpresse wurde beim Abbruch des Kirchturms »in diesem, als dem Orte dieser verbrecherischen Tätigkeit, aufgefunden«. Zur Anfertigung von Münzen verwendete er unter anderem das Metall eines entwendeten Abendmahlskelchs und Hostientellers, »die im Jahre 1804 für 8 Taler neu beschafft werden mußten« (1 Taler entsprach etwa 3 Reichsmark).

Nach seiner Amtsenthebung verwalteten die Lehrer Keßler und Deinel das Schulamt vertretungsweise. Auch sie mußten, wie bereits ihre Vorgänger, den Kindern von Obergettengrün gegen eine geringe Entschädigung Unterricht mit erteilen. Ostern 1811 wurde Christian Erdmann Bräcklein (geb. am 24. Juni 1788 in Brambach) als Lehrer angestellt.

Bis 1885 war Kantor Schiller im Dienst, im gleichen Jahr übernahm aber der am Lehrerseminar Schleiz ausgebildete Kirchschullehrer Karl Heinrich Köcher (geb. 1854 in Gahma bei Lobenstein), der nach mehreren Anstellungen in verschiedenen Orten nach Eichigt kam, die Schule. Auch seine Frau erteilte Handarbeitsunterricht. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts waren neben Köcher in Eichigt auch mehrere Hilfslehrer tätig. Sie kamen direkt vom Lehrerseminar und bereiteten sich neben ihrer Unterrichtstätigkeit auf die Wahlfähigkeitsprüfung vor, deren Bestehen zu einer festen Anstellung als ständiger Lehrer berechtigte. 1906 war das Paul Moritz Röder (ausgebildet in Auerbach), 1908 Ernst Ludwig Plietz (ausgebildet in Schneeberg) und 1911 Alfred Schmidt (ausgebildet in Grimma). 1924 waren in Eichigt die Lehrer Karl Röthig (geb. 1874, Ausbildung bis 1895 am Seminar Grimma), Herbert Ohser (geb. 1899, Abschluss 1920 am Seminar Plauen) und Alfred Haueis (geb. 1903, der 1924 das Seminar Waldenburg absolvier hatte) angestellt. Sie unterstanden dem Bezirksschulrat in Oelsnitz. Das war damals der bekannte Reformpädagoge Otto Erler.

Eichigt gehörte, wie auch Großzöbern, Krebes, Mißlareuth, Sachsgrün und Wiedersberg, zu den sogenannten protestantischen Streitpfarren. Vor der Reformation war die Eichigter Kirche eine Filiale der Pfarrkirche St. Lorenz zu Hof, nach der Reformation unterstand sie jedoch auch dem Superintendenten von Oelsnitz. Das Recht der Besetzung der Pfarrstellen (Kollatur) lag jedoch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts weiter beim bayerischen König, erst 1845 wurde der Streit geschlichtet und das Kollaturrecht per Staatsvertrag zwischen den Königen Bayerns und Sachsens auf die sächsische Krone übertragen (weitere Informationen zu den Streitpfarren: www.wikipedia.de).

Das Eichigter Kirchspiel umfasste damals neben Eichigt auch Bergen, Ebmath, Teile von Gettengrün, Untereichigt und zwei Häuser von Obertriebel, es zählte 1818 rund 1175 Einwohner. Bis 1845 reduzierte sich die Einwohnerzahl auf 906.

Der Schulbezirk der Schule Eichigt umfasste Eichigt und Untereichigt. Er zählte 1818 rund 306 Einwohner, 1845 waren es dann 431. Zur Eichigter Schule gehörten zwei Nebenschulen, eine zu Bergen und eine zu Ebmath. Lehrer in Bergen war ab 1825 Johann Georg Geigenmüller (geb. 1809 in Bergen). Die Ebmather Schule wurde auch von den Kindern der beiden zu Obertriebel gehörenden Häuser der Kirchgemeinde Eichigt besucht. An der Schule unterrichtete seit 1837 J. Georg K. Strunz (geb. 1802 in Posseck).

Gettengrün besaß ebenfalls eine Nebenschule, sie gehörte jedoch zu Adorf. Bis 1845 besaß der Pfarrer das Recht, die Lehrer zu berufen. Er übte auch die Aufsicht über die Schule aus. Seit 1815 war Pastor Johann Friedrich Tröger (geb. 1779 in Wiedersberg) im Amt. Schulmeister in Eichigt war von 1811 an Christian Erdmann Bräcklein (geb. 1788 in Brambach). Ab 1847 unterrichtete der Kirchschullehrer und Kantor Karl August Schiller (geb. 1818 in Plauen) die Eichigter Kinder bis 1885. Gleichzeitig war eine Lehrkraft für weibliche Handarbeiten tätig, wahrscheinlich die Ehefrau des Kantors Schiller. Es war damals in vielen Dörfer üblich, dass die Ehefrau des Lehrers diesen Unterricht erteilte, obwohl sie über keinerlei pädagogische .Ausbildung verfügte.
Heinrich Köcher -> Röthig, Karl -> Höhne Schulleiter, Lehrer Linke, Johannes 2. Lehrer (bei Röthig), Frau Ahlendorf, Jaurich Siegfried (Lehrer/in bei Höhne), Lehrer Wenzel monatsweise ca. 1941

Ein Neubau des Eichigter Schulhauses erfolgte 1831. Von 1853 an erfolgte der Unterricht in der nun dreistufig eingerichteten Schule. Ebmath und Gettengrün besaßen inzwischen eigenständige Schulen, waren also keine Nebenschulen mehr.

Am 26.4.1873 wurde in Sachsen das "Gesetz, das Volksschulwesen betreffend" erlassen. Auf der Basis dieses Gesetzes erfolgte die Anstellung staatlicher Schulinspektoren, denen jeweils Schulinspektionsbezirke unterstanden. Sie nahmen am 15. Oktober 1874 ihre Arbeit auf.

Zunächst war das Vogtland in die Inspektionsbezirke Plauen und Auerbach unterteilt. Zum Auerbacher Bezirk gehörte ursprünglich auch Eichigt. Er erwies sich jedoch als territorial zu groß, so dass 1876 der gesonderte Schulinspektionsbezirk Oelsnitz gegründet wurde, der im wesentlichen das Gebiet der Amtshauptmannschaft Oelsnitz - also auch Eichigt - umfasste. Nun war der Oelsnitzer Bezirksschulinspektor der Dienstvorgesetzte der Eichigter Lehrer, die örtliche Schulaufsicht übte aber nach wie vor der Pfarrer aus.

Mit dem Volksschulgesetz 1873 erfolgte für die schulentlassenen 14- bis 17-jährigen männlichen Jugendlichen Sachsens die Einführung einer obligatorischen Fortbildungsschule. Sie sollte in maximal 6 Wochenstunden nach der täglichen Arbeit die in der Volksschule erworbenen Kenntnisse in Deutsch, Rechnen, Religion und "Realienkunde" vertiefen und festigen. Der Unterricht wurde von den Lehrern der Volksschule erteilt.

1885 wurde die Eichigter Fortbildungsschule von 21 Schülern besucht. 1909 war die Zahl der Fortbildungsschüler auf 7 gesunken, 1914 hatte sie sich wieder auf 14 verdoppelt. Sie erhielten wöchentlich zwei Stunden Unterricht.

Auch in der achtklassigen Volksschule schwankte die Schülerzahl. 1875 wurde sie von 197 Kindern besucht, zehn Jahre später waren es nur 132 Knaben und Mädchen. 1906 waren 140 Kinder eingeschult und 1913 wieder nur noch 124. Unabhängig von diesem Auf und Ab bei den Schülerzahlen machte sich Mitte der achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts der Bau eines neuen Schulhauses erforderlich.

1886 wurde das alte Schulgebäude in Eichigt einschließlich der Grundstücke für 5425 M an einen Herrn Pastor aus Bergen verkauft. In dem Gebäude wurde die Gastwirtschaft "Quelle" und eine Fleischerei eingerichtet. Im gleichen Jahr wurde auf dem Grund und Boden des Pfarrlehens ein neues Schulhaus, der linksseitige Teil der heutigen alten Schule, für 22 300 M gebaut. Es hatte noch ein Spitzdach, wie das vorhergehende Schulhaus.

Dieses neue Schulgebäude wurde am 21. Juni 1886 seiner Bestimmung übergeben (auf dem Foto der Teil der Schule links neben der Haustür). 1890/91 wurde ein Anbau erforderlich (der Teil des Hauses rechts neben der Haustür). Ein Turnplatz war auch vorhanden.

Nach dem 1. Weltkrieg wurde Sachsen Freistaat, und auch im Volksschulwesen traten Veränderungen ein. Für alle Schüler wurde die 4-jährige Grundschule obligatorisch, die bisherige Unterscheidung von einfachen, mittleren und höheren Volksschulen entfiel zugunsten der "allgemeinen Volksschule". An die Stelle der bisherigen Fortbildungsschule traten die Berufsschulen (zunehmend auch für Mädchen), und per Gesetz vom 11.7.1921 wurden die Lehrer aus ihrer Anstellung in der Gemeinde entlassen - sie wurden Staatsbeamte. Nun bezogen sie ihre Gehälter vom Freistaat, während die Gemeinden weiterhin für die Sachkosten der Schulen aufkommen mussten.

Für die Festsetzung der Besoldungssätze wurden die einzelnen Orte nach ihrer Steuerkraft untergliedert. Eichigt gehörte in die Kategorie E, d.h. zu den Orten mit dem niedrigsten Steuereinnahmen und folglich auch niedrigsten Lehrergehältern (zum Vergleich: Gettengrün gehörte zur Kategorie D, Bad Brambach zu C, Oelsnitz B und nur Städte wie Plauen gehörten zur A).

Zur Arbeit der Eichigter Schule in den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur sind weitere Forschungen notwendig.

Nach dem zweiten Weltkrieg änderte sich die Lage des Schulwesens grundlegend. Zur Schaffung besserer Bildungsmöglichkeiten wurden die Schulen der umliegenden Orte nach und nach aufgelöst. Es wurde eine zentrale Schule in Eichigt eingerichtet, der sich die seit 1880 bestehende Schule Bergens anschloss. Deren Schüler gingen bereits ab dem 1.9.1949 in die Eichigter Schule. Ab dem 1.9.1952 wurden die Ebersbacher Schüler (bis dato in einer  eigenen Schule mit Lehrer Hugo Teupel), die Ebmather Schüler sowie die Schüler von Tiefenbrunn / Pabstleithen in Eichigt eingeschult.

Die Schule in Ebmath war 1842 erbaut. Sie wurde 1899 verkauft. Die verkaufte Schule war durch einen Neubau mit Turm ersetzt worden. Der Unterricht in Tiefenbrunn / Pabstleithen war seit 1839 bis zum Bau eines großen Schulhauses um 1903 in verschiedenen Häusern abgehalten worden.

Als letzte  wurde die 1895 eingeweihte Schule in Hundsgrün (die heutige Gasttätte Blechnapf) aufgelöst. Die Kinder wurden ab dem 1.9.1959 nach Eichigt zur Schule geschickt. Damit war eine große Volksschule geschaffen worden.

Von 1955 an erfolgte der Transport der Kinder zur Schule mit einem umgebauten LKW - im Volksmund nach dem Fahrer Max Korndörfer "Schulmax" genannt. Der LKW war bis 1969 im Einsatz. Danach wurden moderne Busse eingesetzt. Zunächst war das für etwa zwei Jahre lang ein H3B (Horch). Anschließend erfolgte der Schülertransport mit den in Ungarn hergestellten Ikarus-Bussen. Bekannte Schulbusfahrer waren neben Max Korndörfer Erich Hahn, Max Haller, Oswald Breitenfelder und Gerhard Hahn.

Mit dem am 1.9.1963 beginnenden Schuljahr begann auch in Eichigt der Übergang von der 8-Klassenschule zur 10-klassigen allgemeinbildenden polytechnischen Oberschule. Wer Abitur machen wollte, musste die Erweiterte Oberschule Adorf oder Oelsnitz besuchen.

1966 wurde ein Erweiterungsbau der Schule erforderlich, der in zwei Jahren bewältigt wurde. 1973 erfolgte die Einrichtung der Fachkabinette. Die Schule erhielt 1977 den Namen "Ernst Schneller". Weil die Kinderzahl drastisch gesunken war, wurde nach der Wende über eine Schließung der Schule nachgedacht. 1992 erfolgte jedoch "lediglich" die Umwandlung in eine Grundschule. Von da an wurden in Eichigt nur noch die Klassen 1 bis 4 unterrichtet. Ab dem 5. Schuljahr mussten die Kinder nach Oelsnitz oder Adorf zur Schule fahren.

Im September 1979 begann man mit dem Bau einer 12 x 24 Meter großen Turnhalle. Nach ihrer Fertigstellung stand dann Mitte November 1980 für den Sportunterricht eine moderne Sporthalle zur Verfügung. Sie kostete etwa 600.000 DDR-Mark. Im Sozialtrakt gab es nun getrennte Umkleideräume, Waschräume und Duschen für Jungen und Mädchen. Für Schulsport und Breitensport waren jetzt gute Voraussetzungen vorhanden.

Zum Ziel der schulischen Bildung wurde jetzt schrittweise die Herausbildung sozialistischer Persönlichkeiten und als Margot Honecker Ministerin für Volksbildung geworden war, das Zurückdrängen des kirchlichen Einflusses auf die Kinder.

Für die Informationen zur Geschichte der Schule Eichigts bedanken wir uns ganz herzlich bei Professor Dr. Roland Schmidt (Leipzig), dem Autor der Internetpräsenz zur Schulgeschichte des Vogtlands (www.Schulgeschichte.de), der uns mit großem Engagement ganz schnell die wertvollen Informationen zukommen ließ.

Änderung:

Home | Was ist neu | Aktuelles | Bekanntmachungen | Gemeindechronik | Körnerlinde | Sport
 Wissenswertes | Szatzungen | Entsorgungskalender | Interessante Links | Archiv | Impressum