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Sportverein
Eintracht Eichigt e.V.


Vorbemerkung

Das Sportfest 2003 ist längst vorüber, daher wird kritisiert, dass der Beitrag noch immer präsent ist. Dies hat jedoch einen ganz einfachen Grund, der darin besteht, dass wir im Jahr 2003 im Rahmen des Sporfests des SV Eintracht Eichigt in besonderer Weise des geschichtlich interessanten Biwacks der Lützower "Schwarzen Jäger" Theodor Körners in Eichigt in den Juni-Tagen des Jahres 1813 gedachten und an diesem Tag besonders durch den Besuch von Nachkommen des deutschen Freiheitsdichters und eines leipziger Traditionsvereins beehrt wurden. Letzterer spendete der Gemeinde einen Gedenkstein, der neben der Körnerlinde zu finden ist.

Sportfestwoche des SV Eintracht Eichigt
vom 7. Juni bis 15. Juni 2003

Rede unseres mit Gattin, Töchtern und Schwiegersohn aus dem Schwarzwald angereisten Ehrengasts, Herrn Christian von Lützow, anläßlich der Enthüllung einer von der Interessengemeinschaft "Lützower Jäger 1813", Leipzig gestifteten Tafel zum Gedenken an das vor 190 Jahren hier aufgeschlagene Biwak des Rittmeisters, Major Adolf Freiherr von Lützow und seines Adjutanten, des Leutnants Theodor Körner durch eine Abordnung der Interessengemeinschaft unter Leitung von "Hpt." Frank Zetzsche
am 7. Juni 2003:


Werter Traditionsverein "Lützower Schwarze Jäger",
werte Gäste,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

bevor ich einige Worte anläßlich des heutigen Gedenkens der Ereignisse vor 190 Jahren an Sie richte, möchte ich mich Ihnen kurz vorstellen. Mein Name ist Asmus-Christian von Lützow. Ich gehöre der direkten Linie von Adolf Freiherr von Lützow an. Die Familie von Lützow ist nach einer Urkunde vom Jahre 1287 bereits zu dieser Zeit in Mecklenburg ansässig gewesen.

Neben vielen hervorragenden Persönlichkeiten in Staatsstellungen hat eine große Anzahl ihrer Mitglieder den Soldatenberuf gewählt.

Adolf von Lützow wurde am 10. Mai 1782 in Berlin als zweiter Sohn des späteren Generalmayors Johann Adolf von Lützow und der Wilhelmine geb. von Zastrow geboren.

Vor 190 Jahren biwakierten die "Lützower Schwarzen Jäger" mit Theodor Körner u. a. hier in Eichigt neben der Linde auf der Wiese in der Nähe der Kirche und des heutigen Jugendclubs. Von Lützow soll im Pfarrhaus geschlafen haben, der Dichter und Sänger Theodor Körner im Feldlager unter der linde, die aus diesem Grunde den Namen "Körnerlinde" erhielt.

Durch das Biwaks des Freikorps der Lützowshcen "Schwarzen Jäger" vor 190 Jahren, dem neben Theodor Körner unter anderem auch der Turnvater Friedrich-Ludwig Jahn angehörte, wurde Ihre Gemeinde Eichigt ein geschichtlich interessanter Ort.

Meine Familie und ich, wir fühlen uns sehr geehrt, daß Ihr Herr Frenzel uns ausfindig gemacht hat und daß wir am heutigen Tage bei der Enthüllung eines Gedenksteines an der Körner-Linde dabei sein können. Der Gedanke an sein Vaterland und an die Freiheit ist das Höchste gewesen, was Adolf von Lützow in seiner Seele erfüllte. Darum wollen wir aller Toten als Vorbild vaterländischer Gesinnung und Tapferkeit gedenken.



Das war Lützows wilde, verwegene Jagd.

Vielen Dank.

* * *
Vogtland-Anzeiger, 12. Juni 2003:
S
pezial____

1. Meisterschaftslauf für Rasentraktoren

Auch in diesem Jahr lud der Sportverein Eintracht Eichigt wieder zu seiner traditionellen Sportfestwoche ein. Die feierliche Eröffnung zum sportlichen Treiben fand am Pfingstwochenende statt und wurde von einem sehr außergewöhnlichen Höhepunkt begleitet.

Am Samstag (7. Juni) erinnerte eine Gedenktafel bei der Körnerlinde im Dorfzentrum daran, daß Eichigt im Zusammenhang mit den Kämpfen zur Befreiung Deutschlands von der napoleonischen Fremdherrschaft ein geschichtlich interessanter Ort ist. (WebRedaktion: Die Tafel wurde wegen erforderlicher Nacharbeiten noch einmal zum Steinmetz gebracht. Inzwischen ist sie schon seit geraumer Zeit wieder in Eichigt. In der Woche vor der 26. Triebeltalwanderung wurde mit der Bearbeitung des Findlings begonnen, in den die Gedenktafel eingelassen werden soll.)

Anlässlich des 190. Jahrestages der Ereignisse am 8. und 9. Juni 1813, als das Freikorps der "Lützowschen Schwarzen Jäger" in Eichigt neben der Körnerlinde ihr Heerlager aufgeschlagen hatten, wurde dieser historischen Begebenheiten gedacht.

Zur Enthüllung der Gedenktafel waren nicht nur Nachfahren des legendären Freiherrn und Rittmeisters Adolf von Lützow gekommen, sondern auch eine Abordnung des Traditions-vereins Interessengemeinschaft "Lützower Jäger 1813" aus Leipzig in ihren historischen Uniformen. Sie begleiteten die Zeremonie mit einem donnernden Salut aus ihrer Kanone.

Nur kurze Zeit später eröffneten gleich mehrere ebenso kräftige Böllerschüsse aus der Kanone des Traditionsvereins sowie aus zwei weiteren Kanonen einer Abordnung des 1. Adorfer Schützenvereins das Eichigter Sportfest.Zuvor hatte ein gemeinsamer Umzug von der Körnerlinde durch das Dorf auf den Sportplatz geführt.

Zum Auftakt der zünftigen Sportfesttage standen Fußball-Freundschaftsspiele der Damen- und Herrenmannschaften auf dem Festprogramm. Die Kicker vom gastgebenden Sportverein Eintracht Eichigt waren dabei besonders erfolgreich. Die Eichigter Damen verbuchten mit 5:0 einen Sieg gegen die Mannschaft aus Großzöbern und die Männermannschaft triumphierte mit einem 6:1 über die Elf vom BC Erlbach.

Zum Ausklang des ersten Wochenendes stand dann noch ein großer Sportlerball mit der Gruppe M.S.Te. auf dem Programm.

Am Dienstag fanden weitere Freundschaftsspiele der Jugend- und Reservemannschaften  des SV Eintracht Eichigt gegen den SV Merkur 06 Oelsnitz sowie gegen ein Ärzteteam des Waldkrankenhauses Adorf statt

Am Mittwoch standen sich dann die Alten Herren vom SV Eintracht Eichigt und deine Oldie-Vogtlandauswahl auf dem Fußballplatz gegenüber.

Am Mittwoch (12. Juni) startete um 18 Uhr eine große Tischtennismeisterschaft in der Turnhalle Eichigt. Die Kicker der B-Jugend des SV Eintracht standen am Freitag (13. Juni) um 17 Uhr einer Auswahl vom FSV  Klingenthal auf dem Fußballrasen gegenüber, während im Anschluß daran im Sportlerheim ein Skatturnier ausgetragen wurde.

Spannende Ereignisse erwarteten die Besucher auch am Samstag. Zunächst fand um 13 Uhr ein Fußballturnier um die Eichigter Ortsteilmeisterschaften mit Mannschaften aus Bergen, Ebmath, Süßebach, Hundsgrün, Tiefenbrunn und Eichigt statt.

Als besonderer Höhepunkt zum Abschluß der Sportfestwoche war in diesem Jahr dann um 15 Uhr noch der 1. Eichigter Meisterschaftslauf für Rasentraktoren vorgesehen. Ein gemütliches Beisammensein vor und im Eichigter Sportlerheim ließ die Sportfestwoche am Abend ausklingen.

© Steffen Adler - 2003

* * *
Freie Presse, 10. Juni 2003:
Erinnerung an "Schwarze Jäger"

Eichigt. Was für Leipzig das Völkerschlachtdenkmal ist, das ist für Eichigt die Körner-Linde, ein historischer Ort.

Unter der am 7.6.2003 mit 8,46 Meter Umfang wahrscheinlich mächtigsten Linde im oberen Vogtland (gleich neben der Kirche ragt sie in die Höhe) schlugen vor exakt 190 Jahren die "Schwarzen Jäger" des Adolf von Lützow ihr Lager auf.

Während sich der Freiherr selbst im Hause des damaligen Pfarrers Wirth einquartierte, zogen es die anderen Mannen und sein Adjutant Theodor Körner vor,  im Schlafe den Sternenhimmel über sich zu haben und biwakierten im Schatten der Linde.

Die als besonders kampfesmutig und vaterlandsliebend berühmt und berüchtigt gewordenen Husaren gehörten zu jenen, die der napoleonischen Fremdherrschaft ein Ende setzten.

Wer am Samstag in der gleißenden Sonne die Augen schloß, sich gedanklich ins Jahr 1813 zurückzuversetzen versuchte und dabei die auf der Dorfstraße vorbeiheulenden Motorräder einfach ignorierte, der konnte in etwa erahnen, wie es damals wohl zugegangen sein könnte: Waffengeklirr, Sprachengewirr, militärische Kommandos und Klappern von Eßgeschirr.
Und dann die Realität: Vor der Linde donnerte die Kanone, die vielen Schaulustigen zuckten ob des unvermittelten Gedröhns zusammen und verzichteten auf Da-capo-Rufe (was ihnen aber nichts nützte).

Statt nach Heu roch es plötzlich nach Pulverdampf.  Aufgestellt in Reih und Glied Männer in den historisch adäquaten Uniformen der Lützowschen Vaterlandshelden der Traditionsverein "Schwarze Jäger 1813" aus Leipzig.

"Es gibt uns schon seit 20 Jahren. Uns interessiert dieses Kapitel der deutschen Geschichte. Wir wollen dafür sorgen, daß der Freiheitswillen und der Mut von Lützows und seiner Männer nicht in Vergessenehit gerät", so mit militärisch exakter Antwort Hpt. Frank Zetzsche, "Major" und Vereinschef in einer Person.

Eichigts Bürgermeister Karlheinz Penzel war nicht nur stolz darauf, daß der Leipziger Traditionsverein dem Eröffnungstag der Sportfestwoche einen authentischen und würdigen Rahmen gab und zudem noch eine Gedenktafel stiftete, die vor der Körnerlinde enthüllt wurde und hier an einer schlichten Mauer einen würdigen Platz finden soll.

Er und alle anwesenden Eichigter waren auch sehr darüber erfreut, daß es Asmus Christian von Lützow, ein Ur...enkel des Freiherrn von vor 190 Jahren und Bauunternehmer aus dem Schwarzwald ermöglichte,  zu dieser Gedenkveranstaltung mit der ganzen Familie ins Vogtland zu kommen. Dem Eichigter F. Frenzel kam dabei ein besonderes Verdienst zu, denn er hatte den Nachfahren in direkter Linie über Computer und Internet ausfindig gemacht und zum Kommen nach Eichigt bewegen können.

"Es ist für mich eine große Ehre", so der Lützow-Urenkel sichtlich gerührt, "daß wir heute in Ihrem kleinen Ort sein können, in dem vor 190 Jahren Geschichte geschrieben wurde".

Verbunden mit der Gedenkfeier und der Enthüllung der steinernen Tafel war die Eröffnung der diesjährigen Eichigter Sportfestwoche durch den Sportchef Eichigts Roland Joram.

Gemeinsam mit den "Schwarzen Jägern" zogen die Familie von Lützow, der  "Erste Adorfer Schützenverein" und zahlreiche Schaulustige durch das Dorf in Richtung Sportplatz, um dort noch einmal kräftig Salut zu schießen.

Währenddessen bereiteten sich schon die Frauen-Fußballer vom SV Eintracht Eichigt und von Großzöbern auf ihr Freundschaftsspiel vor, das mit 5:0 für die Eichigter Damen endete.

© Eckhard Sommer - 2003

Lesen Sie zum historioschen Hintergrund unsere Beiträge Körnerlinde und Lützow vor Hof.

WebRedaktion. Es gibt in Deutschland einige Traditionsvereine / Interessengemeinschaften der "Lützower Schwarzen Jäger".

Feldwebel Sandmann (links) von der Abordnung der in Leipzig ansässigen IG hielt die Ansprache zur Enthüllung der Gedenktafel seitens des "Lützower Freikorps".






Wie auf der historischen Aufnahme der Linde von 1913 - dem 100. Jahrestag des Biwaks - zu sehen ist, befand sich am Baum ein Podest mit einem Geländer, das jedoch bereits auf Fotos aus dem Jahre 1955 nicht mehr zu sehen ist. Wie uns von Eichigter Bürgern berichtet wurde, befinden sich im Erdreich noch Mauerreste.

Wir beabsichtigen, dieses Podest historisch getreu - unter anderem auch zur Sicherung der Stand-festigkeit der Linde - wieder herzustellen und hoffen, dadurch (ggf. im Zusammenhang mit regelmäßig durchzuführenden traditionell geprägten Veran-staltungen auch unter Einbe-ziehung weiterer Traditions-vereine Deutschlands) für Eichigt Interesse wecken zu können, das Touristen veranlaßt, sich unseren auch landschaftlich reizvoll in der Nähe des Dreiländerecks Tschechien - Bayern - Sachsen gelegenen Ort mit Körnerlinde und Streitpfarre sowie (bisher leider vorerst nur außen) restaurierter (Wehr-?)Kirche anzusehen und hier etwas zu verweilen (z.B. als Urlauber).

Hier wollen wir unseren Rundgang zunächst einmal beenden. Sie können sich auf unserer SiteMap weiter informieren, wenn Sie hier wieder den Link Führung anklicken.


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